Eine Studie aus den USA kommt zu dem Schluss, dass die öffentliche Unterstützung für ein Gesetz sprunghaft ansteigt, wenn es nach dem Opfer einer Tragödie benannt und vor allem, wenn die Hintergrundgeschichte dazu erzählt wird. Die Forschenden zeigten 670 Probandinnen und Probanden verschiedene Gesetzentwürfe, jeweils mit dem Namen und der Geschichte eines Opfers oder ohne. Es zeigte sich: Der Name allein änderte nicht viel, aber die Geschichte. War sie den Teilnehmenden bekannt, dann zeigten sie mehr Mitgefühl und stimmten deutlich häufiger für den Gesetzentwurf. Die Forschenden sehen deshalb in solchen Geschichten mächtige Instrumente, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Sie sagen aber auch, dass dadurch Maßnahmen beschlossen werden könnten, die sich zwar richtig anfühlen, aber nicht funktionieren.
Ein Beispiel dafür ist "Megan's Law". Es wurde nach einem siebenjährigen Mädchen benannt, das in den USA von einem vorbestraften Sexualstraftäter aus ihrer Nachbarschaft ermordet wurde. Das Gesetz schreibt vor, dass verurteilte Sexualstraftäter sich bei den lokalen Behörden registrieren müssen und, dass die Öffentlichkeit Zugang hat zu deren Namen, Bildern und Adressen, um sich selbst zu schützen. Dies führte auch dazu, dass verurteilte Sexualstraftäter es schwer hatten, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Sie wurden oft obdachlos und häufig auch wieder rückfällig.
