Wir stehen auf der Türschwelle und können uns partout nicht mehr daran erinnern, was wir gerade noch wollten.

Die Psychologie nennt das Türschwellen-Effekt. Die Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana hat in der Vergangenheit immer wieder Studien dazu durchgeführt. In einem aktuellen Experiment zeigt sie, dass das Wechseln des Raumes auch helfen könnte. Dafür haben sie Probanden in einem virtuellen Raum Texte lesen lassen. Eine Gruppe musste nach der Hälfte der Texte durch eine Tür in den nächsten Raum gehen und dort weiterlesen. Dann wurde gemessen ob und wie genau sie sich erinnern.

Es zeigte sich, dass diejenigen, die im gleichen Raum bleiben durften, sich ein bisschen besser an genaue Wörter oder Textinhalte erinnern konnten. Diejenigen, die durch die Tür gehen mussten, hatten dafür ein tieferes Verständnis der Texte. Praktisch könnte das bedeuten, dass man Sachen, die man wortgenau wissen muss, eher in einer Sitzung im gleichen Raum lernt. Muss man Sachen verstehen, könnte man von einer Unterbrechung und einem Ortswechsel profitieren.