Psychologie

Warum Popstars früher sterben

Amy Winehouse, Kurt Cobain oder Jimi Hendrix - viele berühmte Sänger sterben jung.

Laut einer australischen Studie sind Stars im Schnitt 25 Jahre früher tot als unbekannte Menschen. Zum einen liegt das am Lebensstil vieler Rock- und Popsänger. Stichwort Partys, Alkohol und Drogen. Zwei Forscher aus Ulm und Göttingen gehen im Magazin Spektrum der Wissenschaft aber davon aus, dass das nicht allein der Grund ist.

Sie sagen: Es sind oft ganz bestimmte Persönlichkeiten, die überhaupt berühmt werden. Der Psychologieprofessor Borwin Bandelow hat die Biografien etlicher Pop- und Rockstars untersucht und festgestellt: Kaum einer von ihnen ist psychisch komplett gesund. Bandelow ist der Meinung: "Menschen werden nicht trotz ihrer seelischen Narben und psychischen Auffälligkeiten berühmt, sondern wegen ihnen."

Auch der Mediziner Harald Gündel glaubt, dass Menschen, die schon viel durchgemacht haben oder die psychisch leicht verletzlich sind, andere besonders stark mit ihrer Musik berühren können. Grund sei, dass sie echte Emotionen transportieren. Zum Teil könne eine psychische Erkrankung auch ein Antrieb sein. Einige Menschen mit einem gestörten Selbstbild etwa tun laut Psychologe Bandelow alles, um geliebt zu werden und üben zum Beispiel rund um die Uhr.