Die Menschen sind doch ehrlicher, als viele denken.

Zu dem Schluss kommen drei norwegische Wissenschaftler im Journal of Experimental Social Psychology. Sie haben mehrere Experimente mit mehr als 8000 Teilnehmenden gemacht. Die konnten in den Versuchen anonym lügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen - Konsequenzen hatte das nicht. Gleichzeitig sollten sie einschätzen, wie oft die anderen Teilnehmenden wohl betrügen würden.

Ergebnis: Die meisten rechneten mit viel mehr Lügen. Im Schnitt überschätzten sie die Unehrlichkeit der anderen um 13,6 Prozentpunkte. Insgesamt überschätzten 63,5% der Befragten, wie häufig andere lügen. Nur etwa 25,4% unterschätzten es.

Die Forscher sagen, dass diese pessimistische Sicht Folgen haben kann: Wer andere für unehrlicher hält, ist eher für strengere Kontrollen, etwa am Arbeitsplatz. Bekommen die Leute aber Daten über die tatsächliche Ehrlichkeit, steigt ihr Vertrauen in andere.