In der Psychologie gilt das als gut belegt. Eine Studie unter anderem vom ESMT Berlin, im "Journal of Experimental Psychology: General", stellt die Annahme jetzt aber infrage: Demnach gehen viele der beobachteten Effekte möglicherweise auf ein methodisches Problem zurück.
In früheren Studien sollten Menschen vorhersagen, wie andere auf ihr Verhalten reagieren. Diese Vorhersagen wurden dann mit den echten Einschätzungen verglichen. Das Problem: Beide Gruppen stehen unter unterschiedlichem sozialem Druck. Wer etwa vorhersagt, andere würden für eine gute Tat extrem dankbar sein, könnte schnell angeberisch wirken. Die gleiche Aussage über die eigenen Gefühle gilt dagegen als völlig normal.
In den neuen Experimenten des Teams ließ sich dadurch sogar eine scheinbare Verzerrung erzeugen oder umkehren. Die Forschenden betonen aber: Ihre Ergebnisse beweisen nicht, dass Menschen andere tatsächlich richtig einschätzen. Sie deuten nur darauf hin, dass die bisher verwendeten Methoden dafür kein verlässlicher Maßstab sind.
