Für Vogelküken sind tropische Regenwälder ein gefährlicher Ort.

Es wimmelt dort von Fressfeinden wie Schlangen und Spinnen oder auch anderen Vögeln. Der Nachwuchs des Weißnacken-Kolibris hat allerdings einen Trick. Forschende der University of Colorado haben Küken dieser Art in Zentralamerika erstmals beobachten können. Dabei stellen sie fest: Die Federn der jungen Kolibris ähneln Brennhaaren von Raupen. Solche Raupenhaare können bei Berührung Entzündungen und Fieber auslösen. Damit schrecken die Raupen Fressfeinde ab.

Mimikry wohl ein evolutionärer Vorteil

Die Forschenden vermuten, dass es sich bei Weißnacken-Kolibris evolutionär durchgesetzt hat, Giftraupen zu imitieren. Das Ganze wird auch Mimikry genannt. Die Kolibri-Eltern gehen sogar noch weiter: Sie kleiden das Nest mit Samen aus, die ebenfalls wie Haare aussehen. Und die Biologen konnten beobachten, wie die Küken sich wie Raupen bewegten, als sich eine gefährliche Wespe näherte - mit Erfolg: Beim Anblick des Nests flog die Wespe schnell weiter.