Löwenzahn und Spatzen fiel den meisten noch ein, Kornblume und Feldlerche eher nicht.

Forschende vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung haben mehr als 450 Menschen aus einer ländlich geprägten Region in Sachsen befragt. Ziel war es herauszufinden, wie viele unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten sie kennen, vor allem von denen, die für ihre Region typisch sind. Dabei zeigten sich große Wissenslücken: Im Schnitt wurden nur zwei charakteristische Pflanzen und drei charakteristische Vögeln genannt.

Besonders auffallend war der Altersunterschied: Befragte Ü-45 kannten viel mehr Arten und auch regional-spezifische, etwa Wiesenklee, Schafgarbe, Stare und Stieglitze. Menschen zwischen 18 und 25 nannten weniger und vor allem allgemein bekannte Arten wie Spatzen und Gänseblümchen. Für die Forschenden ist das ein Zeichen der Entfremdung: Menschen wissen immer weniger über ihre direkte Umgebung, die Arten sind nicht mehr im kulturellen Gedächtnis der Region verankert. Was man aber nicht kennt, so die Forschenden, kann man auch nicht schützen.

***

Young adults in eastern Germany know dandelion and sparrows but few farmland species, Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine, 14.05.2026

https://link.springer.com/article/10.1186/s13002-026-00908-2#Sec7