Zugvögel legen tausende Kilometer zurück, um vom Sommer- ins Winterquartier und wieder zurück zu kommen. Weniger bekannt ist, dass auch einige Fledermäuse das tun.

Dieses Verhalten hat jetzt ein Forschungsteam unter anderem von der Uni Konstanz genauer untersucht. Es hat rund 70 Fledermäuse von der Art "Großer Abendsegler" mit kleinen Sendern ausgestattet. Das zeigte unter anderem einen Flugrekord für die Art: 400 Kilometer in einer Nacht. Anders als Zugvögel nehmen die einzelnen Tiere aber wohl sehr unterschiedliche Routen.

Ein Tag fliegen, ein Tag Pause

Außerdem fressen sich Fledermäuse vor der langen Reise keinen Extra-Speck an. Deshalb müssen sie jede zweite Nacht lang zum Jagen und Fressen an einem Ort bleiben. Die Sensor-Daten konnten laut den Fachleuten auch erklären, warum in manchen Nächten ganz plötzlich viele Fledermausschwärme auf einmal aufbrechen. Das passierte immer kurz bevor Stürme auftraten. Die Fledermäuse surfen offenbar auf der Warmfront, die diese Stürme vor sich herschieben, und sparen damit Energie.

Die Forschenden sagen, ihre Erkenntnisse könnten helfen, Fledermäuse besser zu schützen, indem man zum Beispiel Windräder abschaltet, wenn viele Schwärme unterwegs sind.