Am sogenannten Reizdarm-Syndrom mit Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung leiden ungefähr zehn Prozent der Weltbevölkerung.

Oft wird eine Ernährungsumstellung empfohlen, und einige Studien haben ergeben, dass eine spezielle Diät mit wenig Kohlenhydraten im Schnitt besser wirkt als Medikamente. Aber: das ist nicht bei allen Betroffenen so. Ein europäisches Forschungsteam schreibt jetzt im Fachmagazin "Clinical Gastroenterology & Hepatology", dass man an den Genen ablesen kann, bei wem eine Ernährungsumstellung wahrscheinlich sinnvoll ist.

An der Studie haben 250 Reizdarm-Betroffene teilgenommen, einige hatten einen Defekt bei den Genen, die an der Kohlenhydrat-Verdauung beteiligt sind. Bei diesen Testpersonen wirkte die spezielle Ernährung mit wenig Kohlenhydraten deutlich besser als bei Personen ohne den Gen-Defekt.

Die Forschenden sagen, wenn man den Gen-Defekt als klinischen Marker einsetzt, könnte man die Ernährungsumstellung effizienter verschreiben und gleichzeitig vielen Reizdarm-Betroffenen eine unnötige Einschränkung beim Essen ersparen.

Online: In der Studie getestet wurde die FODMAP-Diät, die oft bei Reizdarm empfohlen wird. Dabei lässt man schnell vergärende Kohlenhydrate weg - die stecken zum Beispiel in Zucker, Süßstoffen und Weißbrot, aber auch in stark fruktosehaltigem Obst und Gemüse, Milchprodukten und Hülsenfrüchten.