Rippenquallen haben eine erstaunliche Überlebenstaktik: Wenn zwei Tiere verletzt sind, können sie miteinander verschmelzen.
Das haben Forschende eher zufällig entdeckt: als ihnen im Labor in einem Aquarium eine Rippenqualle auffiel, die anders aussah als die anderen - größer. Im Rahmen einer Studie haben sie das dann überprüft und festgestellt: Bestimmte Rippenquallen können in der Tat zusammenwachsen. Und nicht nur das: Sie bilden auch innerhalb von wenigen Stunden ein gemeinsames Nerven- und Verdauungssystem aus. Dann bewegen sich die beiden Körperhälften fast synchron und verarbeiten Nahrung gemeinsam.
Die Forschenden vermuten, dass der Organismus dieser Meerestiere nicht oder kaum unterscheidet zwischen eigenem und fremdem Gewebe. Das ist bei vielen Tieren eigentlich eine zentrale Funktion des Immunsystems. Das Team will jetzt herausfinden, wie genau diese Fusion abläuft und ob die Erkenntnisse auch der Medizin helfen können - etwa beim Thema Wundheilung.