Die Natur liebt offenbar rote Haare.
Zumindest haben sich Gene für diese Haarfarbe in den letzten zehntausend Jahren immer stärker durchgesetzt bei uns in Europa. Das schreibt ein Forschungsteam im Fachmagazin Nature. Es hat die DNA von 16.000 Verstorbenen und von rund 6000 lebenden Menschen analysiert.
Bis jetzt dachte man, dass sich das Erbgut des modernen Menschen in den letzten rund 300.000 Jahren kaum noch verändert hat. Die Forschenden sagen jetzt aber: Sie haben fast 500 Gene entdeckt, die sich seit der Steinzeit, also in den letzten Jahrtausenden, doch noch stark verändert haben.
Gene haben sich stärker verändert als gedacht
Zum Beispiel sind Genvarianten für rote Haare und helle Haut häufiger geworden oder Varianten, bei denen es nicht so wahrscheinlich ist, eine Glatze oder Diabetes zu bekommen. Warum genau, haben die Forschenden nicht untersucht. Rote Haare und helle Haut könnten aber mit einer besseren Vitamin-D-Produktion zusammenhängen - und die ist für Menschen gerade in nördlichen Breiten vorteilhaft.
Stärker verbreitet haben sich auch Genvarianten, die mit Zöliakie in Verbindung gebracht werden. Warum das aus evolutionärer Sicht Sinn machen könnte, wissen die Forschenden noch nicht.
