Freigesetzte Schadstoffe aus Plastik werden uns in Zukunft immer mehr Lebenszeit kosten.

Das schreibt ein Forschungsteam aus Großbritannien und Frankreich im Fachmagazin The Lancet Planetary Health. Die Forschenden erklären, dass über den gesamten Lebenszyklus von Plastik verschiedene Schadstoffe freigesetzt werden: darunter Feinstaub, krebserregende Chemikalien und Treibhausgase. Und die können unsere Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Dazu haben die Forschenden vorhandene Daten ausgewertet und verschiedene Modellrechnungen gemacht. Dabei haben sie den gesundheitlichen Effekt geschätzt in verlorener gesunder Lebenszeit - sogenannte DALYs: Disability-Adjusted Life Years.

Fazit der Forschenden: Selbst im optimistischen Szenario mit mehr Recycling und weniger Plastiknutzung werden wir gesunde Lebenszeit verlieren - einfach durch Schadstoffe aus Plastik. Und vermutlich ist der Effekt sogar größer als gedacht, weil die Forschenden nämlich nicht genug Daten dazu hatten, welche Folgen der direkte Kontakt mit Plastikgegenständen und Mikroplastik für unseren Körper hat.

Die Forschenden gehen davon aus, dass im Jahr 2040 rund 4,5 Millionen gesunde Lebensjahre weltweit verloren gehen durch Schadstoffe aus dem Plastik-Lebenszyklus. Verteilt auf alle Menschen auf der Erde entspricht das rechnerisch etwa fünf Stunden verlorener gesunder Lebenszeit, erklärt ein Gesundheitsforscher, der nicht an der Studie beteiligt war.