Was haben Neutronensterne, Gentherapie und Menschenaffen gemeinsam? Sie spielen die Hauptrolle bei den diesjährigen Top-10-Wissenschaftsereignissen des Fachmagazins Science.

Highlight Nummer eins für die Science-Redaktion fand in einer 130 Millionen Lichtjahre von uns entfernten Galaxie statt: Im Sommer verfolgten mehr als 3.500 Astrophysiker die Verschmelzung von zwei Neutronensternen dort. Noch nie zuvor wurde ein solches ein Ereignis so intensiv beobachtet und vermessen, deshalb kürt Science die Beobachtung zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres. 

Bei Usern im Netz kam eine neue Gentherapie am besten an. Mit der konnten Mediziner erstmals die häufigste angeborene Ursache für den Tod von Kleinkindern heilen. Die Krankheit SMA1 führt schnell zu Lähmungen und normalerweise werden diese Babys nicht älter als zwei Jahre. Aber die neue Gentherapie konnte elf von zwölf Kindern tatsächlich helfen.

Britta Wagner, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten
Da gibt es eine tragisch-schöne Geschichte von einem Mädchen aus den USA. Die kann jetzt gehen und auf den Schoß ihrer Mutter klettern. Das Tragische ist, dass die ältere Schwester dieselbe Erbkrankheit hatte und daran gestorben war.

Die Forscher hoffen, denselben Gentherapie-Ansatz auch bei anderen Erbkrankheiten zu nutzen, zum Beispiel am Rückenmark oder am Gehirn. Und die Science-Jury verweist auf weitere Erfolge 2017 auf dem Feld: Beispielsweise haben in den USA drei Gentherapien eine Zulassung bekommen, gegen Krebs und gegen eine andere Erbkrankheit, die zur Erblindung führt. 

Auch auf die Erfolgsliste gehören nach Ansicht von Science unter anderem Verbesserung der Genschere Crispr, Analysen an 2,7 Millionen Jahre altem Eis, die Entdeckung einer dritten Orang-Utan-Art auf Sumatra und neue Erkenntnisse über den Homo Sapiens.