So sieht es unter anderem die Europäische Agentur für Flugsicherheit vor. Eine Studie im Fachmagazin AIP Advances kommt zu dem Schluss: Das ist kaum möglich - zumindest nicht unter realistischen Bedingungen mit Seniorinnen und Senioren an Bord. Das Forschungsteam hat über 25 Szenarien simuliert. Selbst im günstigsten Fall benötigten die Passagiere fast eine Minute länger als die Vorgabe, um das Flugzeug zu verlassen und den Boden zu erreichen - nämlich 141 statt 90 Sekunden.
Das Team hat die Räumung eines Airbus A320 untersucht, eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Flugzeugtypen. Grundlage des Szenarios war, dass die Triebwerke brannten. Das hat zur Folge, dass die Notausstiege über den Tragflächen nicht genutzt werden können, sondern nur die Ausgänge im vorderen und hinteren Bereich der Kabine.
Die Forschenden sagen, dass sich ältere Menschen nicht mehr so gut und schnell bewegen können. Außerdem kann ihre Entscheidungsfindung in Stresssituationen verlangsamt sein. Sie schlagen vor, ältere Passagiere gezielt in der Nähe von Ausgängen zu platzieren, um Risiken zu minimieren. Außerdem könnten die Kabinen angepasst werden - durch breitere Gänge und bessere Haltemöglichkeiten. Und spezielle Sicherheitseinweisungen für Senioren könnten helfen, die Reaktionszeit im Ernstfall zu verkürzen.
Das Team sagt, dass auch Kinder oder Schwangere die Evakuierungszeit verlängern können. Das wollen sie in Zukunft gezielt untersuchen.
