Sind wir beim Dating eigentlich politisch?

Das wollten ein Team der Soziologie der Uni Köln wissen. Es hat das in den USA untersucht, wo die Gesellschaft stärker als bei uns polarisiert ist, die meisten Menschen zählen sich zu den Demokraten oder zu den Republikanern. Für die Studie schauten sich rund 1100 junge Menschen Dating-Profile an und sollten sagen, ob sie sich mit den Personen treffen würden. Dabei fiel auf: Demokraten wollten eher Demokraten treffen oder Leute, bei denen die politische Orientierung nicht dabei stand. Und Republikaner blieben am liebsten unter sich.

Kein Interesse an Andersdenkenden

Die Forschenden schreiben, dass junge US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner wenig Interesse haben, Andersdenkende kennenzulernen. Offenbar leiten sie aus der politischen Einstellung vieles andere ab, wie Werte und Lebensstil und glauben dann, dass Andersdenkende nicht zu ihnen passen. Außerdem bewerteten sie diejenigen aus dem anderen politischen Lager bei Intelligenz und Charaktereigenschaften deutlich negativer.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift "European Sociological Review" veröffentlicht. Die Ergebnisse gelten nicht uneingeschränkt, da die Studienteilnehmenden nicht repräsentativ ausgewählt wurden, sondern schon bei einem Umfrage-Portal angemeldet waren.