Eine Soziologin der Uni Cambridge hat die Hintergründe einer ersten Phase von 2015 bis 2018 analysiert - in der Zeit von Brexit-Abstimmung und dem Einzug der AfD in den deutschen Bundestag.
Die Soziologin und ihr Team haben Befragungsdaten von rund 75.000 Menschen in zehn europäischen Ländern analysiert. Ein Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass populistische Parteien gewählt wurde, stieg, wenn sich Menschen Sorgen um ihre Lebenshaltungskosten machten. Noch stärker beeinflusste aber Unzufriedenheit im Jobleben die Wahlergebnisse, vor allem bei Männern - zum Beispiel durch mehr Druck und weniger Anerkennung. Die Wahrscheinlichkeit, populistisch zu wählen stieg dann bei Männern um zwölf bis 20 Prozent.
In einem neuen Buch schreibt die Forscherin, dass auch die großen Parteien zu dieser Unzufriedenheit beigetragen haben. Ihre Programme hätten sich in der Zeit stark auf Wettbewerb und Leistung ausgerichtet - Werte wie Zusammenhalt und Sicherheit hätten dann die Populisten besetzt.
