In Spanien ermittelt ein Richter seit zwei Jahren gegen die Frau von Regierungschef Pedro Sánchez - unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen.

Es geht vor allem darum, ob bei der Einrichtung eines Lehrstuhls an einer Universität in Madrid alles mit rechten Dingen zu ging - María Begoña Gómez Fernández hat den Lehrstuhl mitgeleitet. Die Ermittlungen sind umstritten, weil sie angestoßen wurden von rechtsextremen Gruppen. Die Regierung spricht von einer politisch motivierten Kampagne.

Der zuständige Richter sieht das aber anders. Er hat jetzt die Hauptverhandlung eröffnet - sprich: Begoña Gómez muss demnächst vor Gericht erscheinen. Außerdem muss sich die Frau vom Ministerpräsidenten alle zwei Wochen bei der Justiz melden und ihren Reisepass abgeben. Die Begründung des Richters: Es bestehe Fluchtgefahr, weil die Polizeikräfte, die Begoña Gómez beschützen, ihr helfen könnten, zu fliehen. Auf diese Unterstellung haben Polizeigewerkschaften in Spanien mit Empörung reagiert.