In Spanien gehen die Proteste gegen Wohnungsnot in den dritten Tag.
Am Samstag waren zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Danach wurde ein Protestcamp mit hunderten Zelten auf dem zentralen Platz Puerta del Sol aufgebaut - und die Zelte werden seitdem immer mehr. Die Mietervereinigung hat angekündigt, dass heute in ganz Spanien weitere Proteste stattfinden sollen.
Auslöser war das Schicksal einer 87-Jährigen aus Madrid. Sie hatte vor dem Obersten Gerichtshof einen Prozess gegen ein Immobilienunternehmen verloren. Letzte Woche wurde ihre Wohnung zwangsgeräumt, nachdem sie 70 Jahre dort gelebt hatte.
Durchschnittsmiete stieg in fünf Jahren um 60 Prozent
In Madrid fehlen seit Jahren Wohnungen. Die Durchschnittsmiete ist in den letzten fünf Jahren um 60 Prozent gestiegen auf 23 Euro pro Quadratmeter. Die Demonstrierenden fordern, dass die Regierung mehr tut gegen Wohnungsnot. Die spanische Regierung will morgen zwar ein Dekret verabschieden - für mehr Schutz vor Zwangsräumungen. Es ist aber unsicher, ob es dafür eine Mehrheit im Parlament gibt.
