Wenn in der Politik über Kürzungen und Reformen gesprochen wird, gibt's oft Sprachbilder wie "Rasenmäher", "Kahlschlag" oder "Gießkannen-Prinzip". Also Metaphern aus dem Garten-Bereich.

Der Chef vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Henning Lobin, hält das für keinen Zufall. Der Sprachforscher hat dem Evangelischen Pressedienst gesagt: Garten-Metaphern übersetzen komplizierte politische Themen in eine Erfahrungswelt, die den meisten Menschen vertraut ist. Das macht Dinge leichter verständlich. Und es kommen emotionale Wertungen dazu - wenn die Opposition z.B. Reformen der Regierung als sozialen "Kahlschlag" kritisiert. Es gibt aber auch positive Garten-Metaphern - wenn es etwa um Reformen für mehr "Wachstum" geht. Da wird dann von "zarten Pflänzchen" gesprochen, die erst mal "Wurzeln schlagen" müssten.

Der Garten ist nicht der einzige beliebte Bereich für Sprachbilder in der Politik - häufig sind auch Metaphern aus Militär, Sport oder Verkehr: Etwa der Wahl-"Kampf", die "Rote Karte" oder der Reform-"Fahrplan".