Kikeriki, knistern oder Flipflop gehören zu den schönsten Beispielen für Lautmalerei.

Solche Lautmalereien, also Laute, die typisch sind für das, was man beschreiben will, werden offenbar überall auf der Welt verstanden. Das hat eine Studie von Berliner Forschenden mit knapp 850 Teilnehmenden aus fast 30 verschiedenen Sprachräumen ergeben.

Denen wurden verschiedene Geräusche vorgespielt, die etwas bezeichnen sollten - und zwar in den Kategorien Lebewesen, zum Beispiel Kind oder Schlange, Gegenstände, wie Messer oder Stein, Handlungen, also zum Beispiel Jagen oder Kochen, Eigenschaften, wie groß, klein oder scharf und Demonstrativpronomen, wie dies oder das. Dann sollten die Testpersonen aus fünf möglichen Bedeutungen für das Geräusch die passende auswählen. Wichtig war, dass die bezeichneten Begriffe in allen beteiligten Kulturen vorkommen und dass es sie schon zu Zeiten gab, als unsere Sprache wahrscheinlich entstanden ist.

Schnarchen = Schlafen

Ergebnis: Unabhängig von ihrer Sprache oder Kultur erkannten die Teilnehmenden die Bedeutung der Begriffe erstaunlich oft richtig - und zwar mit einer Trefferquote, die weit über dem Zufall liegt. Am höchsten lag die Treffsicherheit mit 95 Prozent bei "schlafen", das mit Schnarchgeräuschen beschrieben wurde. Aber auch "groß", für das es einen tiefen, langgezogenen Laut gab, wurde fast immer richtig erkannt. Generell wurden Geräusche, die mit Lebewesen zusammenhängen, am besten verstanden.

Die Forschenden schließen daraus, dass die Lautmalereien auch bei der Entstehung der menschlichen Sprache eine wichtige Rolle gespielt haben könnten – zusammen mit Gesten, mit denen unsere Vorfahren Begriffe deutlich gemacht haben.

Die verschiedenen Geräusche kann man sich auf dieser Internetseite anhören. Am unterhaltsamstem findet unsere Redaktion: Essen, Reh und Mann.