Das zeigen Untersuchungen von Grabfunden aus Sibirien. Dort wurden vor rund 30 Jahren am Baikalsee und am Fluss Angara viele Gräber entdeckt, die mehr als fünfeinhalb tausend Jahre alt waren - und schon damals wunderten sich Forschende, dass unter den Toten so viele Kinder waren, die offenbar in einem kurzen Zeitraum gestorben waren. Ein internationales Forschungsteam hat jetzt eine Antwort gefunden: Es hat in den Zähnen vieler Leichen den Pesterreger nachgewiesen.
Bisher waren die ältesten Nachweise von Pesterregern rund 5.300 Jahre alt. Die waren aber weniger gefährlich. Denn diesen Erregern fehlten bestimmte Gensequenzen, die dafür sorgen, dass die Beulenpest besonders schwer verläuft und dass sie sich - wie im Mittelalter - besonders schnell über Flöhe und Nagetiere verbreitet. Die jetzt gefundenen Erreger wurden zwar wohl auch von Mensch zu Mensch übertragen. Aber: Sie besitzen ein sogenanntes Superantigen, dass diesen alten Erregerstamm schon hochgradig tödlich machte.
