In den Scientific Reports schreiben Forschende aus Großbritannien, dass E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer bei Unfällen viel öfter schwere Kopf- und Hirnverletzungen davontragen als Leute auf Motorrädern oder Fahrrädern. Sie haben Daten des nationalen Traumaregisters und eines Leihanbieters in 18 britischen Städten ausgewertet.
Demnach ist der Hauptgrund für die vielen Kopfverletzungen die fehlende Schutzausrüstung: Während die meisten auf Motorrädern und fast die Hälfte auf Fahrrädern einen Helm trugen, lag der Anteil bei eigenen E-Scootern unter 6 Prozent, bei gemieteten sogar unter einem Prozent.
Entscheidender Faktor bei Unfällen ist dann die stehende Position auf Scootern: Diese führt laut Analyse zu einem hohen und weit vorne gelagerten Körperschwerpunkt. Bei Schlaglöchern oder Bordsteinkanten wirkt der E-Scooter dann wie ein Hebel, der die fahrende Person kopfüber über die Lenkerstange schleudert, und das auch schon bei moderater Geschwindigkeit.
Laut Analyse sind auch Schäden an inneren Organen häufiger, nur Knochenbrüche nicht. Die Forschenden sehen auch einen Zusammenhang mit den sozialen Verhältnissen: In finanziell benachteiligten Stadtvierteln ereignen sich öfter Unfälle, was sie auf eine höhere Verkehrsdichte und mangelnde Infrastruktur zurückführen. In reicheren Gegenden gab es weniger Crashs, aber öfter mit schweren Verletzungen infolge höherer Geschwindigkeiten.
Die Studie schlägt strengere Sicherheitsvorschriften vor, eine Helmpflicht und geschützte Fahrspuren.
