Woher Christoph Kolumbus stammte, darüber wird schon seit längerem diskutiert.

Am weitesten verbreitet ist, dass der berühmte Seefahrer und Amerika-Entdecker in der italienischen Hafenstadt Genua geboren wurde - wie von ihm selbst in seinem Testament behauptet. Zweifel daran heizt jetzt eine Fernseh-Doku weiter an. Wissenschaftler der Universität Granada sagen darin, dass Kolumbus wohl aus einer jüdischen Familie im spanischen Mittelmeerraum stammte - also kein Italiener war.

Spanische Herkunft am wahrscheinlichsten?

Die Forschenden berufen sich auf DNA-Analysen der Überreste von Kolumbus, seines Sohnes und seines Bruders. Laut Ergebnis ist die spanische Herkunft am wahrscheinlichsten. In Norditalien fanden sich dagegen keine genetischen Ähnlichkeiten mit Männern, die in der Region lebten und den Nachnamen Colombo trugen. Möglicherweise waren die Eltern des Entdeckers kurz nach dessen Geburt aus Spanien weggezogen. Dort verschlechterte sich die Situation für die jüdische Bevölkerung zu Kolumbus' Lebzeiten zunehmend. Ab 1492 mussten Juden in Spanien schließlich entweder den christlichen Glauben annehmen oder ins Exil gehen.