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Irland gehört zu den Ländern mit den strengsten Gesetzen gegen Abtreibung.

Dafür drohen bis zu 14 Jahre Gefängnis. Deswegen nutzen manche Frauen Abtreibungspillen aus dem Netz. Damit haben sich jetzt Forscher beschäftigt. Ergebnis: Die Pillen zu Hause einzunehmen, ist laut der Studie im British Medical Journal nicht unsicherer, als die Abtreibung in einer Klinik machen zu lassen.

Basis für die Studie war das Angebot Women on Web. Die Gruppe versorgt Frauen in über 140 Ländern mit Rat und Abtreibungspillen. Schwangere müssen dazu ein Online-Formular ausfüllen, das sich dann ein Arzt anschaut. Wenn nichts dagegen spricht, werden den Frauen zwei Pillen und eine Anleitung zugeschickt. Später müssen sie einen Fragebogen zurückschicken.

In der Studie wurden jetzt Rückmeldungen von 1000 Frauen aus Irland und Nordirland ausgewertet. Ergebnis: Bei 95 Prozent der Frauen hat es mit dem Schwangerschaftsabbruch geklappt. Ernsthafte Komplikationen gab es nur bei etwa 10 Prozent - und das ist laut den Forschern in etwa so viel wie bei herkömmlichen Abtreibungen in Kliniken.

Die Abtreibungspillen

Die Abtreibungspillen haben nichts mit der "Pille danach" zu tun. Die wirkt so, dass ein Eisprung verzögert oder verhindert wird, oder dass sich befruchtete Eizellen nicht einnisten können. Bei Abtreibungspillen handelt es sich um Wirkstoffe, die dazu führen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut ablöst und sich der Muttermund öffnet. Dadurch wird eine Fehlgeburt ausgelöst. Die Pillen sind in der Regel bin zur 9. Schwangerschaftswoche erlaubt. In Deutschland dürfen sie vom Arzt ausgegeben werden, in der Apotheke sind sie nicht zu kriegen.