Zwölf Menschen waren Monate lang isoliert an einem der entlegensten Orte der Welt: In einer Forschungsstation in der Antarktis, mitten im Eis, auf über 3000 Metern Höhe, im antarktischen Winter unerreichbar für die Außenwelt.

Bei diesem geplanten zehn Monate langen Aufenthalt sind die Forschenden der Station selbst zu Forschungs-Objekten geworden. Was passiert mit der Psyche von Menschen unter diesen Extrembedingungen? Die Besatzung bekam Sensoren, die erfassten, wann sie sich wie lange mit wem trafen, und sie füllte auch immer wieder Fragebögen aus.

Ständige Nähe führt zu Zoff

Dabei zeigte sich, dass ständige Nähe oft nicht gut ist für die Beziehungen. Sie kann Spannungen, Misstrauen und psychische Belastungen verstärken. In der Fachzeitschrift PNAS schreiben die Forschenden, dass man das auch bei künftigen Weltraummissionen berücksichtigen sollte. Einsamkeit, Misstrauen und Konflikte nehmen zu, der Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit sinken. Einige Teammitglieder glaubten nach ein paar Monaten auch, dass andere über sie sprechen oder sie beobachten würden, also eine eine leichte Form der Paranoia.