Bevor Kolumbus in Südamerika eintraf, lebte dort in den Anden ein Volk, die Chachapoya - die wurden von den Inka auch "Wolkenmenschen" genannt oder "Nebelkrieger".

Woher sie kamen, ist unklar. Jetzt hat ein Forschungsteam im peruanischen Nationalpark Río Abiseo mehr als 100 unbekannte Überreste von Chachapoya-Gebäuden entdeckt. Die Ruinen liegen im dichten Regenwald, sind also schwer zugänglich und konnten deshalb nur mit modernen Scan-Methoden gefunden werden. Die private Organisation World Monuments Fund spricht von einem "Meilenstein für das Verständnis dieser Kultur".

Denn laut den Forschenden zeigen Scans der Ruinen, dass die nicht isoliert waren, sondern Teil eines Netzwerks von präkolumbianischen Siedlungen aus verschiedenen Epochen. - Das Andenvolk der Chachapoya lebte auf einer Höhe von 2.000 bis 3.000 Metern, und die wurde beherrscht von Nebelwäldern. Daher vielleicht der Name "Nebelkrieger".

Ihre Siedlungen waren angelegt auf Terrassen. Und dort bauten die Chachapoya große runde Gebäude, dekoriert mit geometrischen Mustern. Die ältesten Nachweise des Andenvolks Chachapoya stammen aus der Zeit um 500 nach Christus. Ab dem 13. Jahrhundert wurde das Andenvolk vermutlich nach und nach von den Inka erobert. - Ein spanischer Chronist beschrieb sie als die "weißesten und schönsten Indianer Perus". Dadurch und durch ähnliche Berichte haben sie bis heute eine rätselhafte Aura.