Diese gängige Annahme schränkt eine internationale Forschungsgruppe im Fachjournal PLOS Biology jetzt etwas ein. In ihrem Experiment wurden Testleute aus einer jüngeren und einer deutlich älteren Generation in Zweiergruppen aufgeteilt, die sich sechs Mal zum gemeinsamen Zeichnen treffen sollten.
Die Messung ihrer Hirnströme zeigte: Wenn die Personen ähnlich alt waren, wurde die Hirnaktivität mit jedem Treffen immer ähnlicher. Bei den Paaren mit deutlichem Altersunterschied synchronisierten sich die Gehirne dagegen am Anfang stark, mit der Zeit aber immer weniger.
Die Forschenden vermuten: Synchrone Hirnaktivität bedeutet nicht, dass man sich gut versteht, sondern dass sich das Gehirn Mühe gibt, das Gegenüber besser zu verstehen. Und dieses Verstehen ist bei Menschen aus unterschiedlichen Genenerationen am Anfang schwieriger als bei Gleichaltrigen mit ähnlichen Lebensrealitäten. Je vertrauter Gleichaltrige miteinander sind, desto spielerischer und überraschender verhalten sie sich. Dann muss ihr Gehirn sich wieder stärker anstrengen, um den oder die andere zu verstehen.
Am stärksten synchronisierten sich die Gehirne übrigens, wenn die Testleute gemeinsam an einem Bild zeichneten.
