Ein plötzliches Geräusch - und viele Tiere spitzen die Ohren.

Beobachten lässt sich das an Pferden, Hunden oder auch Katzen: Sie bewegen ihre Ohren und richten sie dorthin aus, wo das Geräusch herkommt. Vielleicht konnten Menschen früher Ähnliches; das legt zumindest eine Studie der Universität des Saarlandes nahe. Dort konnten Forschende nachweisen, dass auch bei uns Muskeln rund ums Ohr aktiv werden, sobald wir neuartige oder auffällige Reize wahrnehmen - allerdings sind diese Bewegungen winzig und kaum sichtbar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten die elektrische Aktivität von Muskeln aufgezeichnet, die die Form der Ohrmuschel verändern oder sie bewegen.

Der Erstautor der Studie spricht von einer Art "neuralem Fossil", das seit etwa 25 Millionen Jahren fortbesteht. Warum die Fähigkeit, die Ohren nach der Geräuschquelle auszurichten, im Laufe der Evolution mehr und mehr verloren ging, ist demnach noch nicht vollständig geklärt.