Schlimme Erlebnisse in der Kindheit können Menschen traumatisieren.

Die Menschen, die im Zweiten Weltkrieg Kinder waren, konnten offenbar trotz exremer Belastungen innere Stärke und Stabilität wiederfinden. Das zeigt eine Psychologie-Studie der Uni Greifswald.

Das Team hat sich historische Zerstörungsdaten aus rund 1700 Gemeinden mit dem Sozio-oekonomischen Panel verknüpft. Das ist eine der größten Langzeitstudien weltweit. Die Forschenden wollten wissen, ob es Unterschiede zwischen Menschen gab, die als Kind im Krieg stärkere oder weniger starke Bombardierungen erlebt hatten. Heraus kam, dass es keine Unterschiede gab, weder bei der psychischen noch bei der körperlichen Gesundheit.

Die Studienleiterin sagte, dass frühe, extrem belastende Erfahrungen nicht zwangsläufig dazu führen, dass jemand dauerhaft Probleme hat. Wichtiger waren die Bedingungen nach dem Krieg: Wie Unterstützung, Bildung und Sicherheit.

Genutzt wurden die Daten von rund 2000 Kriegskinder, die Jahrzehnte später zu ihrer Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden und Gesundheit befragt wurden.

Die AutorInnen betonen, dass ihre Studie akute Traumata aus Kriegen nicht relativieren will. Aktuell wächst fast jedes fünfte Kind auf der Welt in Krisen- und Konfliktgebieten auf.