Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen fast viereinhalb Jahre - und er hinterlässt nicht nur Tote, Verwundete und Zerstörung, sondern auch verseuchte Erde.

In den Kampfgebieten ist der Boden oft extrem mit Schwermetallen belastet. Da könnte aber ein Schilfgras helfen: Miscanthus giganteus, oder auch Riesen-Miscanthus. Das wird vor allem zur Biomasse-Produktion für Kraftwerke genutzt - kann aber auch auf verseuchten Böden wachsen. Und das Schilfgras bildet laut einer Biologin der Uni West Virginia ein Wurzelsystem, das Metalle anreichern kann. Deswegen lässt sich die Pflanze zum Umweltsanieren nutzen – und das versuchen Forschende gerade in der Ukraine. Getestet wird das Ganze schon in der Nähe von Butscha - die Projektleitung hat die tschechische Jan-Evangelista-Purkyne-Universität. Das Projekt läuft bis nächstes Jahr. Die Verantwortlichen hoffen, dass es noch weiter verlängert wird und das Schilfgras über die Jahre dabei hilft, den Boden wieder zu regenerieren und für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.

Kritische Stimmen warnen vor einer unkontrollierten Ausbreitung des Schilfs. Die Gefahr sehen die Verantwortlichen nicht, weil sich die Pflanze nur über unterirdische Geflechte vermehre, nicht durch Samen.