Die neue Studie einer US-Forschungsgruppe im Fachmagazin iScience lässt vermuten, dass wir ganz am Anfang unseres Lebens rein biologisch gesehen am risikofreudigsten wären - wenn unsere Aufsichtspersonen uns nicht davon abhalten würden.
Statistiken zum Beispiel zu Unfällen und Drogen legen eigentlich nahe, dass wir als Jugendliche die meisten Risiken eingehen. Das Forschungsteam meint, das liegt aber vor allem an fehlenden Daten zu Babys und Kleinkindern. Diese Daten kamen in der Studie aus Videos von unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen. Die zeigten: Schimpansen-Babys verhielten sich dreimal so riskant wie erwachsene Tiere. Sie ließen sich zum Beispiel viel öfter bewusst vom Ast fallen. Die Forschenden vermuten, dass sie damit sicheres Verhalten trainieren - und zwar in einem Zeitfenster, in dem das Verletzungsrisiko noch gering ist, weil die Affenbabys leichter sind und ihre Knochen relativ elastisch. Laut dem Team wären menschliche Säuglinge wohl ähnlich waghalsig. Typisch menschliches Verhalten, also das Aufpassen auf Babys, hindert sie aber daran, das auszuleben.
