Die Sturzflut im Himalaya mit hunderten Todesopfern ist von einem Eis- und Felsabbruch ausgelöst worden.

Jetzt ist die Frage - wäre sowas auch in den Alpen möglich? Forschende aus Deutschland und der Schweiz sagen dazu: Prinzipiell kann es große Berg- und Gletscherstürze in allen hochalpinen Regionen geben. Laut dem Leiter der Arbeitsgruppe Naturgefahren an der Uni Potsdam hat es sowas auch in den Alpen schon oft gegeben, das zeigen z.B. geologische Ablagerungen. Und der Gletscherabbruch in Blatten in der Schweiz letztes Jahr war von der Dynamik her vergleichbar mit dem im Himalaya, sagt ein Forscher von der Albert-Ludwigs-Uni Freiburg. Aber: Die Katastrophe in Nepal hatte wohl ein etwa zehnmal größeres Volumen. Und ein Forscher von der Uni Innsbruck fügt hinzu, dass die Höhenunterschiede im Himalaya extremer sind. Die Täler sind länger und tiefer als in den Alpen - dadurch konnte sich die Sturzflut in Nepal stärker auftürmen.

Aber die Forschenden warnen, dass auch ein Ereignis mit weniger Wucht in den Alpentälern verheerende Folgen haben könnte. Deswegen sind vor allem Frühwarnsysteme wichtig, mit systematischer Überwachung von Felshängen und Gletschern.