Flache Stirn, pockige Nase: Dieser Mensch sieht wenig vertrauenserweckend aus - vielleicht sogar kriminell?!

Die menschliche Neigung, vom Gesicht auf den Charakter zu schließen, haben offenbar auch KI-Modelle übernommen. Für eine Studie im Fachmagazin PNAS Nexus haben US-Forschende mehrere große Sprachmodelle getestet - darunter Modelle von ChatGPT, Gemini und Claude. Sie alle bewerteten Menschen anhand ihres Aussehens und bezogen das in Entscheidungen ein.

Wie Sprachmodelle zu diesen Vorurteilen kommen, ist laut den Forschenden unklar - schließlich wurden sie vor allem mit Texten trainiert. Eine mögliche Erklärung: In der Literatur werden Aussehen und Charakter oft miteinander verknüpft. In Shakespeares "Julius Caesar" heißt es zum Beispiel: "Der Cassius dort hat einen mageren und hungrigen Blick ... solche Männer sind gefährlich".

Das Team warnt: Werden solche Vorurteile nicht gezielt reduziert, könnten KI-Systeme ungerechte Entscheidungen verstärken und dabei objektiver wirken, als sie tatsächlich sind.