Wissenschafts-Fauxpas

Fachmagazin veröffentlicht Quatsch-Studie

Konservative Politiker wischen sich den Hintern mit der linken Hand ab, Linksgerichte Politiker benutzen die rechte Hand. - Ja, das steht tatsächlich so im Fachmagazin Psychology and Psychotherapy. - Nein, die Studie ist keine echte Wissenschaft.

Gary Lewis, Psychologe an der Uni London, wollte sich einen Spaß machen und hat die Quatschstudie geschrieben. Darin gab er vor zu untersuchen, ob die politischen Vorlieben eines Menschen Einfluss darauf haben, mit welcher Hand er sich auf dem Klo den Po abwischt. Dafür habe er britische Abgeordnete befragt: Unter anderem Boris Johnski, Teresa Maybe und Placido Domingo. Verpackt in feinster akademischer Fachsprache reichte er den Artikel ein - und bekam eine Zusage.

Journal wollte erst Geld für Veröffentlichung

Hintergrund ist auch ein möglicher Interessenskonflikt der sogenannten Predatory Journals. Sie haben ein Geschäftsmodell daraus entwickelt, dass Forscher heute stark unter Druck stehen, Fachartikel zu publizieren. Sie bieten ihnen die Publikation an - wenn die Forscher dafür zahlen. Auch Lewis sollte knapp 600 Dollar zahlen, weigerte sich, bekam dann aber die Zusage, den Artikel gratis veröffentlichen zu können.

Das Heft gibt an, vor der Veröffentlichung eine Qualitätsprüfung durchzuführen, die so genannten Peer Review. Dabei bewerten unabhängige Experten unter anderem Methodik und Ergebnisse. Entweder ist den Experten der Quatsch nicht aufgefallen - oder die Studie wurde nie gegengelesen.