Wölfe fürchten den Menschen und gehen ihm aus dem Weg - das zeigt eine neue Studie im Fachmagazin Current Biology.
Ein internationales Forschungsteam hatte in einem großen Naturschutzgebiet in Polen Kameras und Lautsprecher aufgestellt. Dann spielte es verschiedene Geräusche ab: Hundegebell, ruhige menschliche Stimmen und Vogelrufe.
Obwohl die Wölfe in dem Naturschutzgebiet keine direkte Bedrohung durch den Menschen erfahren, flohen sie bei den menschlichen Stimmen doppelt so schnell wie bei den harmlosen Vogelrufen und etwa ein Drittel schneller als bei Hundegebell. Auch Wildschweine und Rehe flohen vor menschlichen Stimmen schneller als vor den anderen Geräuschen.
Wenn sich Wölfe dem Menschen doch einmal annähern, sagen die Forschenden, dann nicht weil sie mutig, sondern hungrig sind. Der Geruch von Lebensmitteln lockt sie an. Um Konflikte langfristig zu vermeiden, müssten Essensabfälle verschlossen entsorgt und Vieh geschützt untergebracht werden.
