Diesmal sollte anders werden - beim Stresstest wollte die EZB ganz genau hinschauen. 25 von 120 Banken sind durchgefallen. Für 13 von ihnen wird es jetzt richtig eng.

Hefte raus, Stresstest! Ganz so lief der Banken-Stresstest der Europäischen Zentralbank EZB zwar nicht ab, aber: Er war streng: Nächste Woche übernimmt die EZB die Aufsicht über 120 Banken im Euroraum und wollte vorher noch mal ganz genau hinschauen - auch weil frühere Stresstests oft als zu lasch kritisiert wurden. Jetzt ging es vor allem um Transparenz und Vertrauen, erzählt Benjamin Hammer aus der Wirtschaftsredaktion.

Getestet wurde unter anderem, wie krisenfest die Banken aufgestellt sind. Zum ersten Mal haben die Kontrolleure dabei neben dem Stresstest auch in die Bücher der Banken geschaut. Dabei geht es darum, ob ein Kredit richtig bewertet ist oder ob er auszufallen droht.

"Dieser Test ist kein Blanko-Schein: Dieses Negativ-Szenario, das da durchgespielt wurde, war nicht so negativ wie zum Beispiel die Situation nach der Lehman-Brothers-Krise."
Benjamin Hammer, Wirtschaftsredaktion

Das Szenario beim Stresstest: Haben die Banken noch genügend Eigenkapital, wenn sich die Wirtschaftslage in Europa deutlich verschlechtert? Das Ergebnis: Einige Banken würden überleben, andere aber nicht. Insgesamt sind 25 von 120 Banken durchgefallen. Von diesen 25 kommen zwölf noch einmal mit einem blauen Auge davon, weil sie sich Anfang des Jahres schon mit zusätzlichem Eigenkapital versorgt haben, als absehbar war, dass es für sie eng wird.

Die übrigen 13 Banken haben jetzt richtige Probleme, sagt Benjamin Hammer. Sie müssen in wenigen Wochen zehn Milliarden Euro auftreiben. Das Problem: Als potenzielle Pleitebank dürften sie bei Investoren nicht mit offenen Armen empfangen werden. Was passiert, wenn die Problembanken ihre Lage nicht verbessern können? Dann muss unter Umständen der Steuerzahler einspringen.

Konsequenzen hatte der Stresstest dabei schon, bevor es eigentlich losging. Weil die Banken wussten, was auf sie zukam, haben sie fleißig sicheres Geld in Form von Eigenkapital in ihren Bilanzen angehäuft. Bei der Deutschen Bank waren das im Mai 8,5 Milliarden Euro, die von einem Scheich aus Katar stammen.

Was man bei all dem nicht vergessen darf: Der Stresstest ist vor allem eines - ein Test. Was in der Realität bei einer zweiten Finanzkrise wie nach der Lehman-Pleite passieren würde, steht auf einem anderen Blatt, sagt Benjamin Hammer.