Am 1. Juli 1979 brachte Sony den ersten Walkman in den Handel: Plötzlich konnte man seine eigene Musik auch unterwegs hören. Mittlerweile streamen wir alle und bald wird Virtual Reality eine wichtige Rolle spielen. Unsere Reporterin Anke van de Weyer über die Zukunft der Musikbranche.

Sony revolutionierte vor 40 Jahren das Musikhören: Mit dem Walkman war es möglich, unterwegs die eigene Musik zu hören. Das war das große Ding. Erst wurde Kassette gehört und ab Mitte der 1980er-Jahre gab es den ersten Discman.

Die Kassette spielt mittlerweile kaum noch eine Rolle, die CD durchaus noch. Aber physische Tonträger verlieren insgesamt an Bedeutung. 2018 wurde laut Bundesverband Musikindustrie fast die Hälfte (genau 46,4 Prozent) des Umsatzes aus dem Musikverkauf mit Audio-Streaming erzielt. Deutlich wird auch, dass Streaming immer wichtiger wird und die Downloadzahlen abnehmen, so unsere Reporterin Anke van de Weyer.

"Seit Jahren steigt der Anteil an Streaming, dafür nehmen Downloads immer mehr ab."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Zum Streaming gehört auch, dass die Musikbranche immer mehr auf Personalisierung setzt. Zum Beispiel mit Playlists, die sich am persönlichen Musikgeschmack orientieren. Solche Angebote können in Verbindung mit künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge noch besser auf die einzelne Person zugeschnitten werden.

Branche bietet personalisierte Musik

Im Bereich Personalisierung arbeiten bereits verschiedene Start-ups: Die Firmen wollen zum Beispiel Musik für die Hörer danach aussuchen, in welcher Stimmung und Verfassung sie gerade sind. Ein Beispiel: Du joggst und deine Smartwatch oder dein Tracker misst deine Herzfrequenz. Zwischendurch legst zwischendurch einen Sprint hin und deine Herzfrequenz geht hoch. Jetzt wird dir entsprechend Musik mit schnellem Beat vorgespielt, um dich richtig anzufeuern. Die Start-ups passen den Beat der Musik deinem Lauftempo an.

"Der Beat der Musik soll zu deinem Lauftempo passen. Immer wenn der Fuß auf dem Boden ist, ist man perfekt auf dem Beat."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Beim Streaming können die Firmen auch die Wetterlage in die Musikauswahl einbeziehen. Oder den Ort, an dem du bist – je nachdem, wie viele Informationen du bereit bist zu teilen. Bei schlechtem Wetter bekommst du dann automatisch Musik vorgespielt, die positiv wirken soll. Und falls du Urlaub in Berlin oder Barcelona machst, hörst du Musik von den Bands, die in den nächsten Tagen dort ein Konzert geben.

Virutal Reality wird Live-Konzerte verändern

Künftig wird für Musik und Streaming-Dienste Virtual Reality eine große Rolle spielen – vor allem für Live-Konzerte. Denkbar ist dann, dass du mithilfe von Virtual Reality bei einem Konzert quasi mittendrin dabei bist, obwohl du zu Hause auf der Couch sitzt.

Durch Virtual Reality ist es aber auch möglich, dass verstorbene Popstars in Form von Hologrammen wieder auftreten. 2012 zum Beispiel war der verstorbene Rapper Tupac als Hologramm mit Snoop Dogg auf der Bühne beim Coachella-Festival erschienen. Zurzeit ist eine komplette Hologramm-Tour der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse geplant. Das finden manche geschmacklos, andere super.