Die Schlacht von Tours und Poitiers hat das Zeug zur großen Story: Eine Armee aus Germanen-Stämmen stellt sich den Mauren entgegen. Angeführt vom Heerführer Karl Martell - genannt "Der Hammer".

Ein Hilferuf des Herzogs Eudo von Aquitanien im heutigen Südfrankreich hatte 732 das Heer der Franken, Sachsen, Friesen und Langobarden an die alte Römerstraße zwischen Tours und Poitiers geführt. Unter dem Kommando des Franken Karl Martell stand nach einer Niederlage im Jahr zuvor die Verteidigung Aquitaniens auf dem Spiel. Eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen.

Die ersten Europäer?

Schon 711 waren die Mauren bei Gibraltar auf die iberische Halbinsel gekommen und hatten sich seitdem durch Spanien in Richtung Mitteleuropa gekämpft. Am Beginn des 8. Jahrhunderts schien die Expansion der Muslime kaum zu stoppen. Die Schlacht bei Tours und Poitiers war von päpstlicher Propaganda begleitet, die vor dem Untergang des christlichen Abendlandes warnte.

Von einem Chronisten der Schlacht ist überliefert, dass die "Europäer" die Muslime besiegt hätten. War also das Frankenreich, das unter der Herrschaft des Enkels von Karl Martell, Karl dem Großen, seine größte Ausdehnung erfuhr, ein Vorläufer der heutigen Europäischen Union?

Außerdem hört ihr in Eine Stunde History:

  • Andreas Fischer vom Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften fasst zusammen, was man über Karl Martell weiß.
  • Der Historiker Bernhard Jussen von der Goethe-Universität in Frankfurt schildert die Entwicklung des Frankenreichs bis zu Karl dem Großen. 
  • Der Bonner Historiker Matthias Becher geht der Frage nach, ob das Frankenreich Vorlage für die heutige Europäische Union war.
  • Deutschlandfunk Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die muslimische Expansion bis zu den beiden Schlachten 717 vor Konstantinopel und 732 bei Tours und Poitiers.