15 Jahre alt und irgendwie Superheldin. Amicia prügelt, rätselt und schleicht sich durchs mittelalterliche Frankreich. Bei "A Plague Tale: Requiem" spielen auch Ratten mit – wirklich massenhaft.

Rattenschwärme symbolisieren in "A Plague Tale: Requiem" die Pest – abertausende von ihnen. Eine echte Herausforderung für die Grafikkarte. "Tatsächlich kann das Game bis zu 300.000 von den Nagetieren gleichzeitig darstellen", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Die Entwickler haben sich an der Dynamik von Tsunamis orientiert.

Eigentlich ist die Hauptfigur des Spiels die 15-jährige Amicia. Der Vorgänger "A Plague Tale: Innocence" ist 2019 erschienen und war damals sowas wie ein Überraschungshit.

Spuren der eigenen Gewalttätigkeit

In "A Plague Tale: Requiem" sind allerlei Bösewichte – auch die Ratten – hinter den magischen Fähigkeiten von Amicias Bruder Hugo her. Sie ist eine Superheldin, die manchmal selbst von den Spuren ihrer Gewaltigkeit gezeichnet ist. Ihre Hände zittern dann, als wäre sie traumatisiert.

"Mit einer Super-Actionheldin wie Lara Croft kann Amicia schon gut mithalten."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Denn Amicia verteidigt den kleinen Bruder mit der Steinschleuder und anderen Waffen. Der Charakter ist – verglichen mit dem Vorgängerspiel – selbstbewusster geworden, sagt Game-Director Kévon Choteau.

"Im ersten Spiel ging es ums Überleben. Amicia hat alles durchgemacht und wurde stärker. Sie nutzt ihre Fertigkeiten selbstbewusster. Das hat auch mit der Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit zu tun."
Kévin Choteau, Game Director

In guten Momenten gleicht das Spiel einem guten Actionfilm, findet Thomas Ruscher. In ruhigeren Momenten genießt er die Spielwelt. Das Spiel an sich ist von der Grafik her so schön, dass er stundenlang darin herumlaufen könnte, sagt er.

"A Plague Tale Reqium zeigt eine der schönsten Mittelalter-Welten, die ich bisher in einem Videospiel gesehen habe."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Reporter
Die Ratten kommen: Szene aus "A Plague Tale Requiem"
© Focus Entertainment
Die Ratten kommen: Szene aus "A Plague Tale Requiem"

Weniger schön wird es, wenn die Ratten jemanden in ihre Fänge kriegen und zerlegen. Nur die Überreste bleiben zurück. Das kann ziemlich abstoßend sein, und deswegen ist das Spiel auch ab 16 Jahren.

Schematische Abläufe

Im gesamten Ablauf sei das Spiel ein bisschen öde und vorhersehbar. Gruselratten, Rätselaufgabe und Herumschleichen werden etwas zu schematisch entlang der linearen Handlung abgespult. Ein Nachteil, findet Thomas Ruscher.

"A Plague Tale: Requiem" läuft auf allen aktuellen Plattformen: Xbox, PC, und Playstation. Es kostet etwa 60 Euro. Für die Switch gibt es das Spiel nur als Cloud-Version. Dafür braucht ihr eine ordentliche Internetverbindun
g.

Szene aus "A Plague Tale Requiem"
© Focus Entertainment
Szene aus "A Plague Tale Requiem"
  • Dein Sonntag
  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Reporter