Vor zehn Jahren ist Mohsen aus Syrien nach Deutschland gekommen. Er hat in Bremen studiert und den weltweit begehrten deutschen Abschluss zum Diplom-Ingenieur in der Tasche. Aber keinen Job. Und so oft er versucht, sich hier ein Leben aufzubauen, so oft scheitert er dabei.

Zugegeben, Mohsen hat sehr spezielle Vorstellungen davon, wie er sich sein Leben in Deutschland aufbauen will. Oder sagen wir: konkrete. Denn speziell sind seine Vorstellungen nur im Zusammenhang mit seiner Herkunft. Mohsen ist Syrer. Vor zehn Jahren ist er nach Deutschland gekommen, um zu studieren. In Bremen hat er sein Ingenieurstudium abgeschlossen und an der Uni gearbeitet. Aber irgendwie ist er nie wirklich in Deutschland angekommen.

Er hat viel versucht. Aber jetzt ist auch sein letzter Versuch, sich in Deutschland eine Existenz aufzubauen, gescheitert. Er hat versucht, einen Gewerbeschein zu beantragen, um in Deutschland eine eigene Firma zu gründen. Er will nicht von Steuergeldern leben, er möchte etwas eigenes. Immer wieder hat er bei den Behörden nachgefragt. Aber weil er keinen deutschen oder europäischen Pass hat, bekommt er keinen Gewerbeschein. Sein Antrag verläuft im Sand - und mit ihm seine Hoffnung, jemals in Deutschland Fuß zu fassen.

Ein Mann mit Prinzipien

Kurz bevor Mohsen Deutschland vielleicht für immer den Rücken kehrt, trifft ihn DRadio-Wissen-Reporter Panajotis Gavrilis in Berlin. Hier will Mohsen noch einmal richtig was erleben - und gibt auf einer Kart-Bahn Vollgas. Runde um Runde schraubt er an seinem persönlichen Bahnrekord. Zielstrebig wie immer. Mohsen ist eben ein Mann mit Ehrgeiz - und mit Prinzipien. Prinzipien, die sich als Ausländer in Deutschland nicht so leicht umsetzen lassen, muss Panajotis feststellen.

"Nach zehn Jahren bin ich wirklich anscheinend gar nicht angekommen, außer bei einigen einzelnen Personen. Aber bei dem Staat anscheinend gar nicht."
Mohsen ist enttäuscht - vor allem von den deutschen Behörden

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