Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Hausarbeiten bedeuten viel Arbeit. In der Regel werden diese nicht veröffentlicht. Ein Wissenschaftsverlag bietet Studierenden nun an, diese Arbeiten als Buch herauszubringen. Dahinter könnte sich aber ein fragwürdiges Geschäftsmodell verbergen.

Eine Abschlussarbeit macht Arbeit. So viel, dass es ganz schön frustrierend sein kann, dass dann doch nur der Professor die vielen Seiten liest. Deshalb bietet der AV Akademikerverlag Studierenden an, die Abschlussarbeit als lektoriertes Buch zu veröffentlichen. So richtig mit ISBN-Nummer und Einband.

Abschlussarbeit als richtiges Buch

Der Verlag wirbt mit weltweiter Vermarktung, Autorenrabatt und der Belieferung aller relevanter Buchkataloge weltweit. "Klingt also eigentlich ganz seriös", meint Deutschlandfunk Nova-Reporter Armin Himmelrath. Trotzdem gibt es Zweifel an der Seriosität.

Es ist auch nicht nur ein Verlag, sondern 18 Verlage mit Namen wie "Lambert Academic Publishing" oder "Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften", die in der "Omniskriptum Publishing Group" zusammengefasst sind.

"Die hoffen wohl, das scheint das Geschäftsmodell zu sein, dass ich als Autor das Buch kaufe, und damit machen die dann das Geld."
Armin Himmelrath, Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk Nova-Reporter Armin Himmelrath hat selbst ein Skript an den Verlag geschickt mit dem bewusst schwachsinnigen Titel "Professionelle Professionalisierung". In dem Manuskript wiederholen sich Passagen, der Umschlagtext ist voller Fehler und enthält eine völlig sinnfreie Passage.

Buch
© Deutschlandfunk Nova | Armin Himmelrath
Ausschnitt aus der eingereichten Arbeit von Armin Himmelrath

Obwohl Armin völligen Schwachsinn eingereicht hat, kam der Text ohne jede Fehlerkorrektur zurück an ihn, damit er das Manuskript freigeben kann. Auf Deutschlandfunk Nova-Anfrage äußert sich der Akademikerverlag nur mit einem Verweis auf eine schriftliche Stellungnahme im Netz. In dieser sagen sie: "Wir mussten Autoren ablehnen, weil ihre Werke nicht ordnungsgemäß referenziert werden, plagiierte Inhalte oder, offen gesagt, Unsinn enthalten."

"Man sollte vorsichtig sein, eine echte wissenschaftliche Veröffentlichung ist das nicht. Das ist an den Unis bekannt, dass das unseriös wirkt. Es taugt also nicht für die eigene Publikationsliste."
Armin Himmelrath, Deutschlandfunk Nova

Das Lektorat könne im Premium Service dazugekauft werden, gibt der Verlag an. Einige Autoren haben laut Verlag Tausende Euros erhalten, die meisten jedoch nur Einkaufsgutscheine über einige Euro. In jedem Falle sollten Studierende vorsichtig sein, bei Mails von diesen Verlagen. An Unis ist bekannt, dass diese Verlage unseriös wirken.