Der 17. Juli 2014 ist der Tag, an dem über der Ost-Ukraine eine Boeing 777 der Malaysia Airlines abgeschossen wird. Es ist Flug MH17. An Bord sind 298 Menschen, die alle sterben. Bis heute wird gestritten, wer Schuld an dem Abschuss hat. Die Frage ist auch: Wieso wurde der Luftraum nicht gesperrt? Journalist Demian von Osten und Kollegen haben über mehrere Monate hinweg recherchiert.

"Es gibt einen richtigen Propagandakrieg um die Aufklärung des Absturzes", sagt Demian von Osten. Alle Seiten wollen Einfluss auf die Berichterstattung nehmen. Er hat zusammen mit Kollegen recherchiert: Die Ergebnisse von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung sind zu sehen in der "Story im Ersten" (Video ist verfügbar bis 27. April 2016).

Die Lage galt als besorgniserregend

Den Reportern liegt ein internes Dokument des Auswärtigen Amtes vor. Dieses wurde zwei Tage vor dem Abschuss herausgegeben. Darin heißt es, dass die Lage in der Ost-Ukraine sehr besorgniserregend sei, sagt Demian. Außerdem ging es in dem Dokument auch um den Abschuss einer ukrainischen Transportmaschine drei Tage vor dem Absturz der MH17. Auch dieser Angriff wurde als "neue Qualität" gewertet. Doch diese Information wurde nicht weitergegeben, zum Beispiel an die Fluggesellschaften.

"Die Lufthansa ist an dem Tag des Absturzes von MH17 drei Mal über die Ost-Ukraine geflogen. Ein Mal nur 20 Minuten vor dem Abschuss."
Demian von Osten

Zugleich war der Abschuss der Transportmaschine öffentlich bekannt. Die Fluglinien hätten auch von sich aus reagieren können. Nur die Regierung der Ukraine reagierte damals. Sie sperrte den Luftraum - aber nur bis auf 9700 Meter. Passagiermaschinen, wie Flug MH17, fliegen jedoch höher. Die Boeing durfte deshalb über die Ukraine fliegen.

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