Viele nutzen Adblock Plus, um nervige Werbung zu blockieren. Werbefrei sind sie deshalb nicht. Denn Adblock Plus verdient Geld damit, bestimmte Werbung freizuschalten. Weil dieses "Whitlisting" als rechtswidrig verurteilt wurde, vermarktet der Adblock-Plus-Anbieter jetzt selbst Werbung.

Im Juni hat das Oberlandesgericht Köln entschieden, dass die "Whitelist" rechtswidrig ist. Auf dieser Liste steht die Werbung, die trotz Adblock Plus angezeigt wird. Die Werbeagenturen zahlen der Firma EyeO eine Gebühr dafür, dass diese ihren Werbeblocker Adblock Plus so einstellt, dass ihre Werbung angezeigt wird. Damit ist jetzt Schluss.

"Wie kann es sein, dass jemand, der sich fast einen samariterhaften Anstrich gibt, ein Produkt macht, dass sich Adblock nennt, eigentlich ein Werbenetzwerk ist."
Sascha Pallenberg,Blogger

Weil aber EyeO trotzdem Geld verdienen will, tritt die Firma einfach selbst als Werbevermarkter auf. Das Kölner Unternehmen hat eine Plattform im Beta-Test gestartet, über die Verlage unaufdringliche Werbung auf Webseiten platzieren können. Der Blogger Sascha Pallenberg ist einer der schärfsten Kritiker von Adblock Plus und der neuen Werbeplattform. Er leidet unter den Geschäftspraktiken von EyeO: "Das hat uns in fünf Jahren ungefähr eine Million Euro gekostet", rechnet Sascha zusammen, denn er ist auf Werbung und die Einnahmen dadurch angewiesen.

Im Netz wird dieses neue Geschäftspraktik von Adblock Plus heftig diskutiert, obwohl viele auch die Vorteile des Adblock Plus nutzen. Dagegen sperren inzwischen einige Verlage Adblock-Nutzer von ihrem Angebot aus.

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