Es gibt einige Bilder von Vögeln, die Menschen auf Instagram gefallen. Einer von ihnen toppt sie aber alle: der Eulenschwalm. Seine Fotos bekommen verhältnismäßig die meisten Likes.

Mit seinem breiten Schnabel schaut der Eulenschwalm oft mal grimmig daher. Manche erinnert der Vogel auch an eine Figur aus der Muppet Show. Im Netz ist der Eulenschwalm beliebt: Eine Studie des Universitätsklinikum Jena kürt ihn sogar zum instagramtauglichsten Vogel.

Mit Likes Ästhetik untersuchen

Dafür haben die Forschenden unter der Leitung von Katja Thömmes und Gregor Uwe Hayn-Leichsenring einen Algorithmus entwickelt, der über 20.000 Bilder auf Instagram hinsichtlich ihrer Beliebtheit analysiert hat. Dieser sollte untersuchen, wie viele Menschen ein Bild gesehen und es anschließend auch geliked haben.

Den Forschenden ging es darum, herauszufinden, worauf es bei einem guten Foto ankommt: Kommt es darauf an, was gezeigt ist oder wie etwas abgebildet ist? Vielmehr wollten sie wissen, ob es messbare Eigenschaften für den Aufbau eines Bildes gibt, damit es Menschen allgemein gefällt, erklärt Gregor Uwe Hayn-Leichsenring, Co-Autor der Studie.

Blau gefällt mehr als Gelb

Der Kontrast oder die Farbe könnten solche Eigenschaften sein. Blaue Objekte zum Beispiel nehmen Menschen als schöner wahr als gelbe, sagt er. Mit der Farbe Blau würden viele den Himmel oder klares Wasser verbinden, wohingegen Gelb oft an verdorbene Nahrung erinnern würde.

Bislang wurden diese Fragen der Ästhetik vor allem bei Landschaftsbildern untersucht und auch bei Bildern, die menschliche Gesichter zeigen. Für ihre Studie haben sich die Forschenden für Vögel entschieden, weil sie als Motiv für viele Bilder auf Social Media herhalten.

Ungewöhnliches Aussehen überrascht positiv

Bei den Vogelbildern zeigte die Studie, dass die meisten Menschen eher den Inhalt spannend fanden als die Komposition, so der Studienautor. Warum ausgerechnet Bilder vom Eulenschwalm so beliebt sind, haben die Forschenden nicht untersucht. Gregor Uwe Hayn-Leichsenring vermutet, es könnte daran liegen, dass der Vogel im Vergleich zur restlichen Vogelwelt ungewöhnlich aussieht. Damit überrascht er uns.

"Es ist wahrscheinlich nicht diese Modelschönheit, die hier bliebt ist, sondern dieses Ungewöhnliche und vielleicht Menschliche, was ihn so instagramtauglich macht."
Gregor Uwe Hayn-Leichsenring, Forscher und Co-Autor der Studie

Der Eulenschwalm ist übrigens keine Eule. Er wird oft also solche verwechselt, zählt aber zu einer anderen Ordnung der Vögel. Vom Eulenschwalm gibt es fünfzehn verschiedene Arten. Der nachtaktive Vogel kommt vor allem in Australien und Südostasien vor. Wegen seines breiten Schnabels trägt er auch den Spitznamen Froschmaul.