Stephan Suen und Jürgen Pitzschel haben eine große Leidenschaft für Tee. In Hamburg betreiben sie einen Teeladen, in dem sie fair gehandelten Bio-Tee anbieten. Sie möchten aber auch mit Berichten, Fotos und Videos zeigen, wie viel Arbeit in Tee steckt und was alles dafür nötig ist, damit Tee wirklich gut schmeckt.

Stephan Suen und Jürgen Pitzschel betreiben in Hamburg den Teeladen "Tea Addicts". Für ihren Tee reisen sie direkt zu den Teeplantagen vor allem in Asien und Afrika, um dort direkt fair und biologisch produzierten Tee einzukaufen.

Dass sie selbst für den fair gehandelten Bio-Tee um die Welt jetten, nehmen sie dabei in Kauf.

Sie wollen in Deutschland die Menschen dazu bringen, Tee mehr wertzuschätzen. Mit Berichten, Fotos und Videos aus den Teeanbaugebieten wollen sie die Geschichte hinter dem Tee erzählen.

Langsamer Wandel beim Teeanbau hin zu mehr bio

Stephan erzählt, dass er in Gegenden kommt, wo er wie ein Alien angestarrt wird. Oft seien die Lebensverhältnisse der Teebauern sehr einfach, und Stephan sei manchmal der einzige, der Schuhe trage. Wenn er feststellt, dass kleine Produzenten ihren Tee spritzen, würde er das nicht verurteilen. Klar sei dann aber auch für ihn, dass er dort nicht einkaufen wird.

"Die Kriterien sind relativ einfach: Du stehst zwischen den Teepflanzen und du siehst, ob Unkraut wächst oder ein Käfer krabbelt oder ob alles exakt gleich aussieht. Wenn alles perfekt ist, weißt du, es wird geschummelt mit Pestiziden, Herbiziden, Dünger."
Jürgen Pitzschel, Tea Addict

Es finde aber auf jeden Fall eine Entwicklung hin zu mehr Bio-Anbau statt, erzählt Stephan. Das liege zum einen an einem Generationenwechsel in den Familienbetrieben. Er kenne beispielsweise eine Teeplantage auf Sri Lanka, die vom Vater auf den Sohn übergehen soll. Für den Sohn sei aber klar, dass er den Anbau nur übernehme, wenn der Betrieb auf Bio-Anbau und Fair Trade umstelle.

"Man denkt immer, Indien sei ein Teeland, aber was die Inder trinken ist Chai. Das ist ein Gewürztee, und im Zweifelsfall ist da gar kein echter Tee drin."
Jürgen Pitzschel, Tea Addict

Zum anderen gebe es in den klassischen Teeanbauländern wie Japan eine so alte Anbautradition, dass die Teebauern gar nicht auf die Idee kämen, zu spritzen, erzählt Jürgen. Die Teeplantagen seien dort auch nicht so groß wie in Indien oder in afrikanischen Ländern, wo der Tee durch den Kolonialismus eingeführt worden ist und in der Gesellschaft nicht so einen hohen Stellenwert habe.