Um zu verhindern, dass die nahende Afrikanische Schweinepest auf Hausschweine übertragen wird, sollen Jäger jetzt massenhaft Wildschweine schießen. Es gibt Argumente dafür und dagegen.

Die Afrikanische Schweinepest kommt Deutschland immer näher. Im Osten Europas - in Polen und Tschechien - ist sie schon angekommen. Aber - um das klar zu sagen: Für Menschen ist sie nicht gefährlich! Für Schweine ist sie hingegen tödlich. 

Um zu verhindern, dass sich auch Schweine in Deutschland anstecken, fordert der Bauernverband inzwischen 70 Prozent der Wildschweine bei uns abzuschießen. Das klingt martialisch - aber eine Impfung ist derzeit keine Option. 

"Weltweit wird intensiv an einer Impfung gearbeitet, bisher leider erfolglos."

Weder die Verabreichung von abgetöteten Erregern oder von Teilen des Erregers habe bisher zu einem Schutz geführt.

Wildschweine können das Virus schnell übertragen

Der Appell des Bauernverbands an die Jäger, 70 Prozent der Wildschweine abzuschießen, ist insofern nachvollziehbar, als die Wildschweine die Krankheit schnell übertragen können. Der wahrscheinliche Weg einer Infektion liefe etwa so: 

Ein Fernfahrer fährt mit seinem Auto aus Tschechien beispielsweise nach Deutschland. Er isst ein mit Afrikanischer Schweinepest infiziertes Wurstbrötchen. Die Reste wirft er an einem Rastplatz nicht in den Müll, sondern ins Gebüsch, wo es ein Wildschwein findet, frisst und sich infiziert. 

Wir merken, der Mensch ist an der Verbreitung nicht ganz unbeteiligt. 

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Umweltverbände kritisieren die Jagd auf Wildschweine

Allerdings ist das Abschießen der Wildschweine nur EIN möglicher Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest und längst nicht die einzige Maßnahme, die ergriffen werden sollte. Insofern kann man durchaus auch Kritik daran üben. Und auch Umweltverbände wie der Nabu haben Gegenargumente gesammelt:

  •  Es kann sein, dass die Wildschweine durch das Jagen mehr herumwandern als sonst und die Krankheit schneller übertragen.
  • Sie könnten aus den Wäldern in die Nähe von Straßen und Ställen getrieben werden, wo sie sonst nicht lang kämen. 
  • Es gibt Hinweise, wonach eine Bejagung dazu führt, dass Wildschweine mehr Junge bekommen. Die Population würde also wieder steigen.

Für Bauern ist es existenziell 

Aktuell beraten Experten aus verschiedenen Bundesländern, was genau gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest getan werden kann. 

"Wichtig ist, dass wir eine Einschleppung des Virus früh erkennen, damit wir eine Chance haben, diesen Einschleppungsherd früh loszuwerden."
Thomas Mettenleiter, Leiter des Friedrich-Löffler-Instituts

Für Bauern ist diese Debatte existentiell. Denn wenn sich auch nur ein Tier mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert, müssen alle Tiere des Bestandes getötet und die Kadaver entsorgt werden. Außerdem dürften auch die anderen Betriebe in der Umgebung keine Schweine mehr verkaufen. 

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