Noch ist die Nachricht nur eine Hoffnung: Bei Mäusen haben Forscher erfolgreich ein Enzym in der DNA platziert, das den HI-Virus lahm legt.

Wissenschaftler aus Hamburg und Dresden ist es gelungen, erfolgreich ein Enzym in die befallenen Immunzellen von Mäusen zu implementieren. Dieses Enzym schneidet die Virus-DNA aus der befallenen DNA der Immunzelle heraus.

Nachdem die Eliminierung erfolgt ist, fügt das Enzym die DNA wieder so zusammen, als ob nichts passiert wäre. Das DNA-Scheren-Enzym an sich ist nicht neu. Den Forschern ist allerdings jetzt gelungen, ein Enzym herzustellen, das 90 Prozent aller HI-Viren erkennt und dauerhaft aus den Zellen herausschneidet.

"Wir haben mit modernsten Methoden Enzyme - eine molekulare Schere sagen wir - entwickelt, die nun diesen HIV-Bauplan in der Zelle aufspürt und wieder entfernt."
Joachim Hauber, Professor für Virologie vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg

Um das Enzym zu platzieren, entnehmen die Wissenschaftler Stammzellen aus dem Oberschenkelknochen des Patienten, in die im Labor das Enzym eingebracht wird. Dem Patient würden dann diese gepimpten Stammzellen wieder zurück injiziert werden. Dadurch werden Abstoßungsreaktionen vermieden, erklärt der Virologe.

Mögliche Rettung für die meisten HIV-Positiven

Sobald ein HI-Virus diese veränderten Zellen befällt, wird es einfach von der Schere wieder entfernt. Diese Methode hat bei den Mäusen schon innerhalb von zwei Wochen fast alle HI-Viren gekillt. Die Forscher setzen große Hoffnungen in die Methode, weil das Immunsystem dadurch große Heilungschancen aufweist, ohne dass es zu nennenswerten Nebenwirkungen kommt.

Erste Studien am Menschen könnten zu Jahresende aufgenommen werden. Die Kosten dafür würden sich wahrscheinlich auf 15 Millionen belaufen. Erst dann wird sich zeigen, ob die Methode auch beim Menschen erfolgreich ist.

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