Die Diskussionen, ob Masken dazu beitragen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, brechen nicht ab. Auch, wenn die Studienlage immer noch nicht ganz eindeutig ist, sagen die meisten Forschenden: Masken helfen.

Zu Beginn der Pandemie waren viele Fachleute skeptisch gegenüber den Masken. Auch Virologe Christian Drosten riet erst mal davon ab, denn die Befürchtung war, dass nicht mehr genug Masken für Kliniken und Arztpraxen vorhanden sein könnten, wenn plötzlich alle Menschen Masken tragen.

Masken gibt es mittlerweile genug. Zudem sind zwei wichtige Erkenntnisse im Verlauf der Pandemie gereift. Erstens: Aerosole spielen eine sehr große Rolle bei der Übertragung des Coronavirus. Experimente im Labor zeigen genau, wie Masken den Atemstrom umlenken und so den Ausstoß von größeren Tröpfchen und Aerosolen verringern. Zweitens: Die Übertragung beginnt noch vor dem Auftauchen von Symptomen, also noch bevor man selbst merkt, dass man positiv ist.

Deshalb gehören Masken jetzt zu unserem Alltag und auch, wenn die Studienlage immer noch nicht eindeutig ist, reichen die bisherigen Erkenntnisse über Masken aus, dass die Weltgesundheitsorganisation, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und auch das Robert-Koch-Institut eine eindeutige Empfehlung für das Masken-Tragen aussprechen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Sophie Stigler.

Eindeutige Zahlen sind schwer zu ermitteln

Die Wirkung der Masken wissenschaftlich zu belegen, ist nicht ganz einfach. Im Idealfall hätte man zwei Städte mit gleicher Infektionslage – in einer Stadt gibt es eine Maskenpflicht, in der anderen Stadt nicht. Doch das gibt es so natürlich in der echten Welt nicht. Deshalb behelfen sich Forschende mit kleineren Studien, die zeigen, dass das Maskentragen die anderen Familienmitglieder besser schützt, wenn es innerhalb der Familie einen Corona-Fall gibt.

"Es gibt zum Beispiel Studien zu Familien, in denen ein Mitglied an Covid-19 erkrankt ist – wenn in der Familie Mundschutz getragen wurde, war das Ansteckungsrisiko niedriger."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Dennoch schauen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzelne Städte oder Regionen an und beobachten das Infektionsgeschehen nach dem Einführen einer Maskenpflicht. In Jena hat man beispielsweise einen eindeutigen Knick bei den Infektionszahlen erkennen können – zwei Wochen, nachdem dort im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht eingeführt worden ist.

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Ein Zusammenhang von Maskenpflicht und Infektionszahlen wurde auch für eine ganze Reihe von Ländern aufgezeigt, doch muss hier immer beachtet werden, dass die Masken nur eine von vielen Maßnahmen sind, die jeweils getroffen wurden, räumt Sophie Stigler ein. Es gebe auch Studien, die gar keinen verbesserten Effekt durch Masken ermittelt haben.

FFP2-Masken werden oft falsch getragen

Vor allem FFP2-Masken und Masken mit vergleichbaren Standards schneiden bei Experimenten sehr gut ab, wenn es um die Durchlässigkeit von Aerosolen geht. Sie können bis zu 94 Prozent der Partikel mit einer bestimmten Größe herausfiltern. Doch werden die FFP2-Masken in vielen Fällen falsch getragen, wie Sophie Stigler bereits oft beobachtet hat. Überall, wo die Maske nicht richtig sitzt, können Aerosole und Tröpfchen durchdringen.

"Wenn ich mich in der Fußgängerzone umschaue, dann sehe ich lauter FFP2-Masken, aber bei den allermeisten kann man schon von Weitem sehen, dass sie nicht gescheit sitzen."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das Filtermaterial einer Maske kann also noch so gut sein, solange sie nicht korrekt sitzt, bietet sie nicht ausreichend Schutz. Deswegen ist das ECDC, das Europäische Zentrum für Seuchenprävention auch gegen die Nutzung von FFP2-Masken im öffentlichen Raum.

OP-Maske und Stoffmaske kombinieren

Wer aufgrund seiner Gesichtsform also Probleme hat, eine FFP2-Maske korrekt zu tragen, kann zumindest im privaten Raum auch auf OP-Masken oder Stoffmasken ausweichen. OP-Masken sind wie FFP2-Masken vom Material her standardisiert, doch auch hier sollte man darauf achten, dass sie nicht zu locker und damit nicht korrekt sitzen. Bei Stoffmasken sollte man vor allem aufpassen, dass der Stoff nicht zu dünn ist. Hält man die Maske beispielsweise gegen das Licht, sollte nichts durchschimmern.

"Bei den Stoffmasken hängt es einfach extrem davon ab, wie die genäht sind. Wenn man die Stoffmaske gegen das Licht hält und etwas durchschimmert, dann ist sie wahrscheinlich zu dünn."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wer Schwierigkeiten dabei hat, seine OP-Maske dicht zu bekommen, kann auch versuchen, noch eine Stoffmaske über der OP-Maske zu tragen. Das schlägt beispielsweise die US-Gesundheitsbehörde CDC vor. Die OP-Maske sollte man dann gut an das Gesicht drücken und alle Lücken schließen. Die Stoffmaske darüber bietet dann noch mal eine weitere Filterschicht und damit mehr Schutz. Dabei ist aber wichtig zu checken, dass man immer noch gut durchatmen kann.