In Kürze soll mit Allvoices.co ein Portal online gehen, das Opfern sexueller Übergriffe im Beruf eine Stimme geben will. 

Noch arbeiten die Macher von allvoice.co an der Internetseite, aber ihr Konzept steht: 

"Es soll eine Plattform im Internet entstehen, auf der Frauen oder auch Männer anonym über ihre Erfahrungen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz berichten können."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Anders als bei der #Metoo-Kampagne, wo Menschen mehr oder weniger öffentlich von ihren Erfahrungen berichten, sollen die Opfer bei Allvoices auf jeden Fall anonym bleiben. Auch der Namen des mutmaßlichen Täters muss nicht genannt werden, sagt unser Netzreporter Andreas Noll.

Detaillierter Fragenkatalog soll Unternehmen helfen

Die Plattform wolle aber nicht einfach nur Berichte sammeln, sondern vor allem auch die Folgeschritte für Unternehmen erleichtern, so Andreas: "Unternehmen bekommen einen Hinweis darauf, wie es aussieht in ihrer Firma und wie sich die Belästigung im eigenen Unternehmen über die Zeit entwickelt." 

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Öffentlich zugänglich ist die Seite noch nicht, aber das Onlinemagazin Mashable hat sich das Projekt näher angeschaut. Nach Mashable werden Betroffene wohl dazu aufgefordert, sehr detaillierte Angaben zu machen, sodass die Vorfälle von den Unternehmen grob einordnet werden könnten. Zum Beispiel würde gefragt, wie genau diese Belästigungen passiert seien und in welcher Position man sich im Unternehmen befinde.

Allvoice will eine reine Webplattform sein, die es nicht als App geben soll. Das hat einen guten Grund: Eine App ist durch das eindeutig identifizierbare Handy deutlich persönlicher als eine Website, die man von irgendwo aufrufen kann. "Es geht ja am Ende darum, dass viele Betroffene Angst davor haben, Belästigungen bei der Arbeit zu melden, weil sie dann Angst um ihre Karriere oder sogar um ihren Arbeitsplatz haben", so unser Reporter.

"Geld zur Finanzierung der Seite soll dadurch reinkommen, dass die Unternehmen mit Premium-Accounts detaillierte Informationen über ihr Unternehmen bekommen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Die Macher der Plattform kommen aus Hollywood, dort wo der Weinstein-Skandal besonders tobt. "Der Kopf dahinter ist Claire Schmidt, bisherige Top-Managerin von Twentieth Century Fox. An Bord sind aber auch viele Berater von großen IT-Unternehmen. Das ist also schon ein Bündnis, das über große Ressourcen verfügen dürfte", sagt Andreas.