Der Google-Konzern Alphabet wollte mal einer von den Guten sein. Jetzt arbeitet er eng mit dem US-Militär zusammen - und Mitarbeiter kündigen aus Protest gegen das geplante Militärprojekt Maven.

Es geht um das Projekt Maven. Das Projekt des Pentagons soll in der Lage sein, Live-Bilder von Kampfdrohnen automatisch zu untersuchen. Genau deswegen haben nun mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des Google-Konzerns gekündigt, 3100 Angestellte haben eine Petition gegen das Drohnen-Programm unterschrieben: Google dürfe sich nicht am Geschäft mit dem Krieg beteiligen. 

Angst vor der autonomen Waffe

Sie fürchten, dass ihre Arbeit dazu beitragen könnte, dass am Ende eine Künstliche Intelligenz über Leben und Tod entscheidet und die Kampfdrohne ohne menschliches Zutun auf Feinde feuert, etwa wenn eine Person als Terrorist identifiziert worden ist. Offiziell soll das Projekt nicht zu Kriegszwecken dienen.

Autonome Waffen zu entwickeln, kommt für die  (Ex-)Mitarbeiter nicht infrage. Wenn überhaupt, dann sollten Menschen über einen militärischen Einsatz und den Tod von Personen entscheiden, nicht irgendein noch so cleverer Algorithmus.

"Ein Dutzend Kündigungen in einem Konzern von 85.000 Mitarbeitern gehört ja auch zum Alltag. Aber die Außenwirkung ist natürlich schlecht."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Auch außerhalb von Alphabet hagelt es Kritik: Mehr als 800 Wissenschaftler haben gemeinsam einen offenen Brief an Larry Page und andere Alphabet-Chefs geschrieben. Auch sie fordern aus ethischen Gründen und aus Sorge um Nutzerdaten, die Zusammenarbeit mit dem US-Militär einzustellen.

Kein Umdenken in Sicht

Die Chancen, dass Alphabet die Zusammenarbeit mit dem Pentagon tatsächlich einstellt, stehen eher schlecht. "Die Zusammenarbeit mit dem Pentagon ist finanziell sehr lukrativ", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. "Google hat sich bislang keinen Millimeter bewegt." Das zeige auch, dass sich die Unternehmenskultur beim Google-Konzern ändere: Mitarbeiter verlieren an Einfluss auf die Produkte, an denen sie arbeiten, Sorgen werden nicht ernst genommen.

Früher war das Firmenmotto bei Google noch "Don't be evil". Doch mit der Namensänderung in Alphabet änderte der Konzern auch seinen Leitspruch in: "Do the right thing." Für viele Mitarbeiter wäre es die richtige Entscheidung, das Projekt sofort abzubrechen.